Frühlingsgefühle – alles nur Einbildung?

Frühlingsgefühle

 

 

"Veronika, der Lenz ist da" – endlich ist er da, der Frühling! Schon sehnsüchtig haben wir auf ihn gewartet nach einer langen, kalten Winterzeit. Die Blumen blühen, die Vögel zwitschern und alles erscheint plötzlich in einem viel schöneren Licht. Wir lassen uns von der Sonne küssen und verbannen unsere dicken Winterklamotten in die tiefsten Ecken des Kleiderschranks. Pärchen gehen verliebt wie am ersten Tag im Park spazieren, Singles flirten, was das Zeug hält.

Kurz gesagt, wir alle sprühen nur so vor Frühlingsgefühlen! Oder ist das alles doch nur Klischee und in Wahrheit gibt es so etwas wie Frühlingsgefühle überhaupt nicht?

 

 

Melatonin zuständig für Frühlingsgefühle?

 

Oft wird im Zusammenhang mit Frühlingsgefühlen das Hormon Melatonin genannt. Dieses Hormon wird bei Dämmerlicht oder Dunkelheit ausgeschüttet und trägt deshalb auch den Namen „Schlafhormon“. Je länger es im Frühling draußen hell bleibt, desto weniger Melatonin wird also produziert und desto mehr Energie hat man – nachdem man die Frühjahrsmüdigkeit erst einmal überwunden hat. Da der Mensch jedoch heutzutage den natürlichen Tagesrhythmus durch künstliches Licht beeinflussen kann, findet keine Hormonumstellung im Frühling mehr statt. Melatonin wird nämlich genauso von künstlichem Licht angeregt, also auch im Winter.

 

 

Sexualtrieb nicht höher im Frühling

 

Dass der Sexualtrieb nicht durch den Frühling erhöht wird, ist an der Geburtenrate zu erkennen. Während die Zahl der Geburten bei Tieren sehr stark saisonal bedingt ist, konnte beim Menschen in den letzten Jahrhunderten kein deutlicher Unterschied zwischen den verschiedenen Monaten mehr festgemacht werden. Gründe dafür liegen nicht nur in der Erfindung der künstlichen Wärme und des künstlichen Lichts, sondern auch bei der Anti-Baby-Pille, die ebenfalls den natürlichen Zyklus der Frauen verändert.

Wissenschaftlich gesehen konnten also bisher keine eindeutigen Beweise dafür gefunden werden, dass der Mensch im Frühling durch hormonelle Veränderungen anders fühlt.

 

 

Stimmungsaufheller

 

Nicht bestreitbar ist jedoch, dass der Frühling mit seinen längeren und wärmeren Tagen wie ein Stimmungsaufheller bei den meisten Menschen funktioniert und so z. B. Winterdepressionen auflösen kann.

 

Was es auch immer genau mit den Frühlingsgefühlen auf sich hat, die Hauptsache ist doch, dass man sich über den Frühling freut und die Sonne genießt, ob nun mit dem Partner oder mit einer netten neuen Flirtbekanntschaft!

 

 

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