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Ist der Bund der Ehe ein Garant für Glück?

 

Ein weißes Kleid, ein schwarzer Anzug, ein wunderschöner, sonniger Morgen. Zwei laute und deutliche „Ja, ich will“ sind zu vernehmen und der Bund der Ehe ist vollzogen. Ein Paar hat das Gelübde gegeben, einander beizustehen. In guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod sie scheidet. Das ist das vielzitierte, fast klassische Bild einer Eheschließung im Film. Millionen von Menschen geben sich tagtäglich das Jawort, doch das reale Leben hat selten etwas mit den Produkten der Traumfabrik Hollywood gemeinsam. 

Glücklich durch den Bund der EheFilm und Realität haben selten etwas gemeinsam

Mit der Vorstellung über den Bund der Ehe sind weitere Bilder verbunden: Kinder, ein gemeinsames Heim und Glück bis zum Lebensende sollen idealerweise folgen.

 

Die Realität sieht, statistisch gesehen, anders aus. Mittlerweile wird nahezu jede zweite Ehe in Deutschland geschieden¹.

 

Was machen also Paare entscheidend anders, die über Jahre und Jahrzehnte verheiratet bleiben, welche Höhen und Tiefen haben sie zu meistern und wie tun sie das? Was gibt es also über langjährige Beziehungen zu wissen?

Ehen und Partnerschaften haben ihre Phasen

Laut Studien lässt sich eine Ehe mit Kindern in mehrere Phasen unterteilen². Bei aller Einzigartigkeit einer Paarbeziehung, gibt es doch bestimmte Aufgaben und Herausforderungen, die alle Paare mit Kindern zu meistern haben. Und das Bestehen ist für ein weiteres gemeinsames Leben ungemein wichtig. 

 

Bei Betrachtung dieser einzelnen Phasen wird deutlich, dass Zeiten großer Umbrüche immer die größte Gefahr für das Scheitern des gemeinsamen Lebensweges darstellen. Das Zusammenziehen, die ersten Jahre nach der Eheschließung, die Geburt von Kindern, die  Ablösung und der Auszug von Kindern, der Eintritt in den Ruhestand markieren Einschnitte im Leben des Paares, die immer von neuen  Aushandlungsprozessen begleitet werden.

 

Veränderungen im Leben eines Paares erfordern immer eine Anpassungsleistung. Gelingt die Anpassung, wirkt sich das positiv auf die Beziehungszufriedenheit und letztendlich die Stabilität der Beziehung aus. Wie gut ein Paar mit Veränderungen zurecht kommt, hängt nicht nur vom Stressfaktor (der aktuellen Veränderung) ab, sondern auch von der Persönlichkeit der einzelnen Partner, der Passung zwischen den Partnern und Merkmalen der Beziehung wie z. B. der Existenz von Kindern, einem gemeinsamen Haus oder der Beziehungsdauer.

 

Eine gute Voraussetzung für einen glücklichen gemeinsamen Lebensweg sind gegenseitiges Verständnis und Fürsorge sowie die unbedingte Wertschätzung des Partners. Nur wenn es Ihnen gelingt, die Aufgaben und Rollen funktional, das heißt dem jeweiligen Zweck dienlich, zu verteilen, kann das gemeinsame Leben zufriedenstellend voranschreiten.

Glück ist eine innere Einstellung

Der Lebensweg von uns allen ist nicht nur von Glück und Seligkeit geprägt. Doch eine stabile Beziehung zu führen, steigert die Zufriedenheit. In der Lage zu sein, eine erfüllende Partnerschaft zu führen liegt aber in jedem einzelnen von uns selbst begründet. Die Vorstellung zu haben, dass bei eigener Unzufriedenheit bloß ein Partner auftauchen muss, der uns glücklich machen soll, ist ein Trugschluss. Zudem auch eine Überforderung für den Partner.

 

Wenn Sie Single und auf der Suche nach einer Partnerschaft sind, heißt das nicht, dass Sie unglücklicher sein müssen als all die turtelnden Pärchen in Ihrem Umfeld. Ihr Leben hat die Qualität, die Sie ihm geben. 

 

Ein Bund der Ehe ist also nicht per se der Schlüssel zum lebenslangen Glück. Genießen Sie alles, was Sie tun: Ob alleine oder mit jemandem an Ihrer Seite. Wir alle haben selbstverantwortlich dafür Sorge zu tragen, dass es uns seelisch gut geht. Wenn Sie sich nach einer Partnerschaft sehnen, werden Sie aktiv.

 

 

Jaqueline Ejiji, eDarling Redaktion 2011

 

Sie haben Fragen? Dann schreiben Sie an redaktion@edarling.de

 

¹Seite des Statistischen Bundesamtes: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Bevoelkerung/EheschliessungenScheidungen/EheschliessungenScheidungen.psml, Stand: 22.06.2011.

 

²Eine gute Übersicht bietet: Dr. Arnold Retzer, Systemische Paartherapie. Konzepte - Methode – Praxis,  Klett Cotta, 2011.

 

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