Liebe am Arbeitsplatz

Sie ist etwas ganz besonderes und meist ein Tabu – die Liebe am Arbeitsplatz. Man verbindet sie mit kurzen Affären, verbotenen Beziehungen und viel Heimlichtuerei. Aber man kann auch die große Liebe im Büro treffen. Verlieben sich zwei Menschen, dann wird es in den allerseltenen Fällen sofort publik gemacht. Schließlich kann so eine Beziehung auch negative Konsequenzen haben. Möglicherweise toleriert der Chef keine Beziehungen unter Arbeitskollegen. Oder die Kollegen reagieren neidisch. Im schlimmsten Fall lässt die Arbeitsqualität nach, was natürlich auch Folgen haben würde. Geht die Beziehung in die Brüche, will man dies nicht vor dem Kollegen zugeben oder streitet sich vor ihnen. In jedem Fall sorgt es aber für Gesprächsstoff, denn nichts finden Kollegen spannender als eine Liebelei im Büro.
Partnerbörse Arbeitsplatz
Eine Umfrage ergab, dass sich immerhin jede dritte Ehe in Deutschland am Arbeitsplatz anbahnt. Jeder zehnte hat seinen Partner dort kennengelernt oder schon einmal eine Affäre gehabt. Dabei sind die Älteren aufgeschlossener als die Jungen: 40 % der über 55-jährigen, aber nur 20% der 18-24-jährigen hatten schon eine Beziehung am Arbeitsplatz. Das liegt sicher auch an der noch fehlenden Berufserfahrung in diesem Alter. Damit zählt der Job neben dem Freundeskreis zu den beliebtesten Orten, um den Partner fürs Leben kennenzulernen. Man verbringt schließlich heutzutage viel Zeit bei der Arbeit. Für Viele hat sich der Job zum wichtigen Lebensinhalt entwickelt. Und warum soll man sich erst mühselig auf Partnersuche begeben, wenn man täglich mit interessanten Menschen zusammentrifft, die ähnliche Interessen und den gleichen Bildungsgrad aufweisen. Studien haben ergeben, dass Partnerschaften am längsten halten, wenn die Partner in möglichst vielen Eigenschaften übereinstimmen. Bei der Arbeit lernt man auch einen Teil des Alltags seiner Kollegen kennen und nicht nur den schönen Schein der Disco oder im Urlaub. Allerdings würde nur ein sehr geringer Prozentsatz der Befragten offen mit der Beziehung umgehen. Das zeigt, dass die Liebe am Arbeitsplatz nach wie vor negativ belegt ist und Menschen Hemmungen haben damit offen umzugehen, weil sie fürchten, dass es sich auf ihre gesamte Arbeitssituation auswirken könnte. Andere möchten wiederum Arbeit und Privatleben trennen, was in diesem Fall kaum möglich sein dürfte. Andererseits gibt es aber bestimmt auch genügend Paare, die den Nervenkitzel des Geheimnisses genießen. Besonders pikant ist es, wenn man sich in einen Vorgesetzten verliebt. Dann sind Neid und Klatsch der Kollegen vorprogrammiert.
Liebe am Arbeitsplatz ist den Meisten willkommen
Die meisten Menschen sind aber generell einer Beziehung am Arbeitsplatz gegenüber positiv eingestellt. Die Mehrheit aller Befragten hätte nichts dagegen einzuwenden, den zukünftigen Partner bei der Arbeit kennenzulernen oder dort einen Flirt zu riskieren. Mehr als die Hälfte dagegen toleriert eine berufliche Romanze nur dann, wenn die Zusammenarbeit mit den Kollegen nicht darunter leidet. Etwa ein Fünftel würde die Beziehung auf gar keinen Fall preisgeben. Wenn die Beziehung ernst wird, würden die meisten aber mit offenen Karten spielen, da die Heimlichtuerei sonst auf die Dauer zum Stressfaktor werden kann. Und noch mehr Stress am Arbeitsplatz als unbedingt nötig will wohl niemand haben.
Regeln sind zu beachten
In Deutschland ist bei Einhaltung einiger Spielregeln eine Beziehung am Arbeitsplatz in der Regel kein Problem. Anders sieht es in anderen Ländern aus: in einigen amerikanischen Firmen beispielsweise sind diese Beziehungen unerwünscht. Am besten erkundigt man sich über die in der Firma geltenden Regelungen, um keine böse Überraschung zu erleben. Wenn man in einem Team arbeitet, sollte man sachlich bleiben und keine persönlichen Themen einbringen. Diese sollte man lieber zu Hause besprechen. Besteht ein Hierarchieverhältnis, hat der höhergestellte die Distanz zu wahren und alle Mitarbeiter fair zu behandeln. Sonst droht Missgunst der Kollegen. Private Mails und Flirts bleiben lieber im Privaten, auch wenn es schwer fällt. Wird dies nicht befolgt, kann das für alle Beteiligten unangenehme Folgen haben. Das wichtigste und zugleich schwierigste ist es, die Professionalität zu wahren. So bietet man den anderen keine Angriffsfläche. Nach einer Trennung gilt es, neutral zu bleiben und nicht etwa über den Ex herzuziehen. Gibt es trotz aller Vorsicht Probleme mit dem Chef, den Kollegen oder im Privatleben, bleibt im schlimmsten Fall als Alternative noch der Jobwechsel. Dies gilt besonders, wenn die Affäre bereits gebunden ist, oder es auf jeden Fall geheim bleiben soll. Nach dem Arbeitsrecht soll es keine negativen Auswirkungen auf die Arbeit geben, z.B. wenn Arbeitszeit privat genutzt wird. Eine Beziehung am Arbeitsplatz per Arbeitsvertrag ganz zu verbieten, ist allerdings nicht zulässig.
Ob Flirt, Affäre oder die Liebe Ihres Lebens: wenn man die Spielregeln beachtet, kann man nur profitieren und die Beziehung wirkt sich positiv statt negativ auf die Arbeit aus - und umgekehrt.




