Liebe muss gelernt werden

 Liebe muss gelernt sein

 

 

„Gleich und Gleich gesellt sich gern“ heißt es in einem Sprichwort. Ein andere Sprichwort besagt: „Gegensätze ziehen sich an“. Das scheinbar unerklärbare Phänomen der Liebe scheint der Erklärung nicht ein kleines Stück näher gekommen zu sein, sondern stiftet mit wachsenden Gedanken daran auch immer mehr Probleme.
 
 

Beuteschema

 
Das Mysterium der Liebe wird derzeit kontroverser denn je diskutiert. Die Suche nach einem gewissen Beuteschema sagen die einen. Aber ist das, was uns zusammen treibt wirklich nur ein gewisses Schema, ein Trieb, verankert in unserem Unterbewusstsein,  welcher uns befiehlt, wohin wir gehen, wen wir suchen, und auf welche, vor allem äußeren, Merkmale wir achten? Sicher kann man dieser Erklärung einiges abgewinnen. „Sozialisation“ nennen das Soziologen. Und so wird uns von Eltern, Freunden und Ex-Freunden eingetrichtert und „einsozialisiert“, zu welchen Menschen wir uns hingezogen fühlen. Allerdings bleibt fraglich, ob  ein reines „Beuteschema“-Denken uns dazu treibt mit einem Partner ein Leben lang zusammenzuleben.
 
 

Monogamie

 
Eine gesellschaftliche Norm, bestehend seit hunderten von Jahren und das, obwohl sie ganz und gar nicht in der Natur des Menschen liegt. Zahlen und Statistiken belegen, dass immer mehr Ehen zu Bruch gehen, immer mehr unglücklich Verheiratete fremdgehen. Und dennoch belegen Paartherapeuten immer wieder, dass die behandelten Paare aus „Sehnsucht nach einem Ankerplatz und auf der Suche nach Selbstverwirklichung“ geheiratet haben, wohl wollend, die Beziehung ein Leben lang aufrecht zu erhalten. Somit ist die Monogamie, wenn auch nicht natürlicherweise, immer noch ein Kriterium, welches als erstrebenswert gilt.
 
 

Guter Wille ist nicht alles

 
Dennoch ist es so, dass Beziehungen immer häufiger den Bach runter gehen als früher. Vor 200 Jahren wurden die Partner noch von den Eltern ausgesucht. Da schienen die Verhältnisse noch klar zu sein. Die neue romantische Anschauung der Liebe, nämlich die, einen Partner zu finden, der zu einem passt, sorgte dafür, dass sämtliche Beziehungsprobleme in die Schublade: „Partner unpassend“ eingeordnet werden, obwohl es eine problemfreie Beziehung nicht geben kann. Der gute Wille ist demnach nicht alles. In „Die Kunst des Liebens“, formuliert Erich Fromm treffend, dass Lieben eine Fähigkeit ist, die es gilt zu lernen und kein Gefühl, welches man nur bei wenigen Partnern auf diesem Planeten spüren kann. Und so sollte man begreifen, dass Liebe nicht nur Geborgenheit gibt, sondern herausfordert auf mögliche Probleme einzugehen um erfolgreich Krisen zu bestehen.
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