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Binationale Ehen – Liebe zwischen den Kulturen

 In Folge von Globalisierung und Migration sind Eheschließungen zwischen Partnern verschiedener Nationalitäten keine Seltenheit mehr. Allein in Deutschland lebten laut dem statistischen Bundesamt 2008 bereits 1,4 Millionen Deutsche mit einem Partner anderer Nationalität zusammen. Das entspricht etwa 7% aller in Deutschland lebenden Paare. Bei weiteren 6% besitzen beide Partner einen ausländischen Pass¹. Obwohl binationale Ehen inzwischen zum Normalfall geworden sind, haben viele Paare immer noch mit Vorurteilen und Anfeindungen zu kämpfen. Wir zeigen Ihnen welche Klischees ad acta gelegt werden können und worauf Sie in einer multikulturellen Beziehung wirklich achten sollten.

 

Binationale Ehe - Liebe zwischen den KulturenBinationale Ehe ist nicht gleich bi- nationale Ehe

Der Unterschied auf den hier angespielt werden soll, ist der Kulturkreis. Gehen eine Deutsche und ein Österreicher den Bund der Ehe ein, so führen sie zwar eine binationale Ehe, entstammen aber demselben Kulturkreis, weshalb ihre Wertevorstellungen von Liebe und Familie weitestgehend ähnlich sein dürften.

 

Die Ehe einer Deutschen und eines Mannes aus dem arabischen Kulturkreis hingegen verbindet verschiedene Normen und Auffassungen, die es gilt, unter einen Hut zu bringen.

 

Abhängig von den Partnern kann dies eine wahre Herkulesaufgabe sein, die nur durch Respekt und Toleranz gegenüber der Kultur des Partners sowie dem rechtzeitigen Ausräumen von Missverständnissen bewältigt werden kann.

Probleme einer binationalen Ehe

Häufige Konfliktpunkte in „interkulturellen“ Ehen können insbesondere die Themen Religion, Geld, Tradition aber auch klassische Rollenbilder sein. So muss der deutsche Partner einsehen, dass die Familie in anderen Kulturen noch einen übergeordneten Stellenwert besitzt und eine finanzielle Unterstützung dieser als selbstverständlich gilt. Religion und Tradition, welche sich besonders in Bräuchen und Feiertagen zeigen, sollten entweder getrennt oder am besten zusammen begangen werden, ohne dabei den Partner zu benachteiligen.

 

Schwierig gestaltet sich eine solche Einigung bei religiös bedingten Nahrungstabus. Wenn Ihr Partner Jude oder Moslem ist, wird Schweinfleisch zwangsläufig vom gemeinsamen Speiseplan verschwinden – das gleiche gilt für Rindfleisch bei Hindus. Entweder finden Sie eine Regelung gelegentlich getrennt zu essen oder verzichten ebenfalls ganz auf die jeweiligen Fleischprodukte.

 

Einen weiteren Reibungspunkt kann die Sprachbarriere darstellen. Es sollte jedoch nicht nur der zugezogene Partner dazu genötigt sein, die Landessprache zu lernen. Es stellt eine deutliche Bereicherung dar und erleichtert auch den Zugang zur anderen Kultur, wenn jeweils die Sprache des Partners erlernt wird. Dies lohnt sich vor allem im Falle gemeinsamer Kinder, da diese dann mühelos bilingual aufwachsen und sich bereits früh sprachliche Kompetenz aneignen.

Das Plädoyer für die binationale Beziehung

Wie es scheint, bedeutet  eine interkulturelle Beziehung jede Menge Zugeständnisse und (Beziehungs-)Arbeit. Andererseits ist es jede Beziehung wert und erfordert es auch, sich einzubringen. Eine binationale Beziehung hat den besonderen Vorteil, dass, aufgrund der vielen Unterschiede, sich nur schwer der Alltag einschleichen kann. Alltägliches muss ständig neu ausgehandelt werden, was in konventionellen Beziehungen oft zu kurz kommt.

 

Eine Liebesbeziehung verschiedener Nationalitäten fördert  Toleranz, Respekt und Flexibilität – Kompetenzen, die auch außerhalb der Partnerschaft benötigt werden. Zudem besteht die Chance, dass sich ein Paar aus der Integration beider Nationalitäten eine neue, eigene Identität schafft.

 

 

 

Gordon Meyer, eDarling Redaktion 2011

 

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie an: redaktion@edarling.de.

 

 

 

¹Mikrozensus 2009

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