Typologie eines Singles

Nicht alle Singles sind gleich. Es gibt die freiwilligen und die unfreiwilligen, die unkonventionellen und die konservativen. Unzählige Studien wurden durchgeführt, um herauszufinden, was der Single für ein Mensch ist. Warum er Single ist und ob mit diesem Zustand zufrieden ist. Doch man kann keine Singles über einen Kamm schären. Es gibt die verschiedensten Typen und keinen universellen Grund dafür, warum ein Mensch Single ist. Denn zu behaupten, alle Singles wären beziehungsunfähig, ist ein falscher Zugang. Im Folgenden haben wir versucht, die Vielfalt der Single-Typen darzustellen.
Die Bedauernswerten
Singles werden, besonders von Paaren, oft bedauert. Das ist trauriger Alltag. Warum das so ist? Paare gehen davon aus, dass Singles unglücklich sein müssen, da sie unfreiwillig einsam sind. Dabei sehen sie nicht, dass man auch allein glücklich sein kann. Oder das es Menschen gibt, die sich dafür entschieden haben. Verheiratete glauben, mit ihrem Leben zufriedener zu sein als Alleinstehende. Nach einer Studie des Magazins Psychologie Heute ist der Unterschied in Bezug auf die Zufriedenheit allerdings nur gering. Zufriedene Eheleute seien demnach die Typen, die auch schon vorher glücklich waren. Ein Glückshoch stellte man nur kurz vor und nach der Hochzeit fest. Danach sind die Menschen so zufrieden oder unzufrieden wie zuvor.
Die Genießer
Aber auch das gibt es: Eheleute fantasieren, dass Singles ständig auf der Partymeile unterwegs sind, während sie in grauer Monotonie und Monogamie leben. Eine Studie ergab allerdings, dass ausgerechnet verheiratete Männer angeben, am meisten Sex zu haben. Warum dann die verheirateten Frauen nicht? Das mag daran liegen, dass Männer dazu neigen, ein wenig zu prahlen, statt die Wahrheit zu sagen. Doch Paare bewerten ihr Sexualleben generell besser als Singles – was wohl daran liegt, dass viele Singles gar keinen Sex haben. Schließlich ist nicht jeder Freund von One Night Stands und die wenigsten haben so einen Verschleiß an Männern, wie man ihn bei den Charakteren der Serie Sex and the City vorfinden konnte. Was aber zutrifft ist, dass Singles generell unbefangener mit dem Thema Sex umgehen und es viele Singles gibt, die ihrem Single-Dasein genug Positives abgewinnen können um es letztendlich in allen Zügen zu genießen.
Die Karrieremenschen
Sie haben es eilig, die Karriereleiter empor zu klettern. Sie fühlen sich durch eine Beziehung eingeengt und möchten ihre kostbare Zeit lieber in die berufliche Zukunft investieren, als in zwischenmenschliche Beziehungen. Irgendwann wachen sie dann auf und merken, dass sie mit Mitte 30 noch immer allein sind. Sie verfallen in Torschlusspanik und versuchen nachzuholen, was nachzuholen ist.
Die Wartenden
Es gibt sie – die Wartenden. Sie träumen von der wahren Liebe, beneiden ihre Freunde um ihre Beziehung und wollen gern bemitleidet werden. Doch sie tun nichts, um ihren Zustand zu ändern. Statt wegzugehen, sitzen sie zu Hause. Statt den ersten Schritt zu machen, verstecken sie sich hinter ihrer Schüchternheit. Statt aktiv zu suchen, entscheiden sie sich dafür zu warten, dass der Traummann oder die Traumfrau plötzlich vom Himmel fällt.
Klammeräffchen und freie Vögel
Erfahrungen, die wir als Babys und Kleinkinder gemacht haben, prägen unsere späteren Liebesbeziehungen. Die Bindungstheorie besagt, dass wenn das Kind sich nicht darauf verlassen konnte, dass die Mutter es umsorgte, es zwei typische Reaktionen gibt: das Kind wird „bindungsvermeidend“ oder „bindungsängstlich". Typischerweise laufen die erwachsen gewordenen "Bindungsvermeidenden" vor großer Nähe zu einem Partner davon, während die "Bindungsängstlichen" ständig fürchten, der Geliebte könnte sie verlassen oder betrügen, weshalb sie klammern (bis der andere keine Luft mehr bekommt). Aber keine Angst! Aus besseren Erfahrungen kann man Vertrauen schöpfen und sich ändern.
Die Enttäuschten
Je mehr Trennungen, desto mehr Enttäuschungen - die Bedenken steigen. Schon im Vorfeld ist man immer skeptischer und irgendwann verliert man den Glauben an die große Liebe. Wenn man sich immer am Spruch "Gegensätze ziehen sich an" orientiert hat, dann sollte man sich jetzt lieber „Gleich und gleich gesellt sich gern“ zu Herzen nehmen. Denn passen Interessen und Charaktereigenschaften nicht zusammen, gibt es öfter Streit. Wer also eine dauerhafte Beziehung anstrebt, der sollte sich jemanden suchen, mit dem man viel gemeinsam hat.
Fazit
Niemand weiß genau, wie viele Singles es in Deutschland tatsächlich gibt. Nicht jeder, der allein lebt, ist wirklich allein und auch sind nicht alle, die zusammen wohnen, tatsächlich ein Paar. Es gibt die unterschiedlichsten Single-Verhalten: Manch einer genießt die Pirsch, ein anderer sucht verzweifelt nach der Liebe seines Lebens. Auf der anderen Seite gibt es genügend Paare, die zwar offiziell in einer Beziehung leben, aber in Wirklichkeit schon längst keine Beziehung per Definition mehr führen. Jeder war schon einmal Single. Wirklich gern allein waren dabei die wenigsten. Der Großteil aller Singles befindet sich auf der Suche. Paradoxerweise tun die, die sich am meisten nach einer Beziehung sehnen, am wenigsten dafür. Sie verlassen die Grenzen ihres alltäglichen Lebens nur selten und verbauen sich so ihre Chancen auf neue Bekanntschaften.




