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Vertrauen in Freundschaften und Partnerschaften

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, so wird Lenin oft zitiert. Und in vielen Fällen ist da auch was Wahres dran. Wir verlassen uns oft lieber auf uns selbst, als von anderen enttäuscht zu werden oder spionieren ihnen hinterher. Das gilt vor allem für berufliche Angelegenheiten. In einer zwischenmenschlichen Beziehung ist gegenseitiges Vertrauen allerdings unbedingt notwendig.

Vertrauen in Freundschaften und PartnerschaftenWie entsteht Vertrauen?

Um eine enge emotionale Bindung einzugehen, sei es zu einem guten Freund oder einem Lebenspartner, teilt man viele intime, geheime, aufregende, traurige oder schöne Stunden miteinander. Um sicher zu gehen, dass diese persönlichen Dinge nicht weitergetragen werden, müssen wir unserem gegenüber absolut vertrauen können. Aber wann oder wie kann man sich sicher sein, jemandem vertrauen zu können?

 

Jemanden gut zu kennen und nicht enttäuscht worden zu sein, schenkt uns Vertrauen zu dieser Person. Meist braucht es eine lange Zeit, um sich jemandem völlig anvertrauen zu können. Aber hat mich dieses gegenseitige Gefühl erst einmal erarbeitet, will man diese Sicherheit nicht mehr missen.

 

Das erste Vertrauensverhältnis im Leben ist das zwischen Mutter und Kind („Urvertrauen“). Dabei werden drei Arten von Vertrauen entwickelt: das Selbstvertrauen, das Vertrauen in andere und das Vertrauen in das Leben. Ist dieses Verhältnis gestört, fällt es den Menschen später schwer, Vertrauen und eine Beziehung zu jemandem aufzubauen.

 

Besonders in der Partnerschaft ist absolutes Vertrauen die Basis der Beziehung. Ständige Vorhaltungen und Verdächtigungen hält auf die Dauer niemand aus und auch das Durchsuchen von privaten Dingen nach vermeintlichen „Beweisstücken“ ist Gift für die Beziehung. Wenn man dem Partner vertraut, wird er nichts verheimlichen, denn man selbst möchte ja sicher auch nicht, dass er so etwas tut. Das Vertrauen des Partners verdient man sich, indem man sich entsprechend verhält und so keinen Anlass zur Eifersucht gibt und ihm auch seine Freiräume lässt.

 

Vertrauen kann aber auch ganz plötzlich entstehen. Manchmal gibt es diese Momente: man begegnet einer Person und glaubt, sich schon ewig zu kennen. Man kann sich auf Anhieb über persönliche Dinge unterhalten und fühlt sich gut aufgehoben. Diese Begegnungen sind allerdings äußerst selten und haben nicht immer ein Happy End!
 

Enttäuschungen

Denn manchmal vertraut man jemandem und wird bitter enttäuscht. Man glaubt jemanden so gut zu kennen, dass man ihm alles anvertrauen könnte und erwartet nicht nur einen guten Rat, sondern auch tatkräftige Unterstützung. Wenn man dann enttäuscht wird, fühlt man sich oft verlassen und hintergangen. Es können nur Lappalien sein, doch in anderen Fällen können durch einen Vertrauensmissbrauch Beziehungen oder Existenzen zerstört werden. Wenn beispielsweise etwas weiter erzählt wird, was man jemandem anvertraut hat, man belogen oder betrogen wird.
 

Neues Vertrauen aufbauen

Wenn so etwas einmal passiert ist, scheint es schwer zu sein, zu anderen Menschen wieder Vertrauen aufzubauen. Doch wie viel weniger Freude hätten wir denn als Einzelkämpfer im Leben. Unser Vertrauen wird wahrscheinlich immer mal wieder missbraucht. Manchmal können wir darüber hinwegsehen, ein anderes Mal kann das Vertrauen nicht mehr aufgebaut werden.

 

Ist man von seinem Partner oder einem Freund betrogen worden, muss man sich überlegen, ob diese Person weiterhin noch das Vertrauen verdient hat. Dann kann man lernen, das Vertrauen Stück für Stück wieder aufzubauen. Wenn nicht, dann ist ein klarer Schlussstrich in der Beziehung zu dieser Person das Beste.

 

Das heißt aber nicht, dass man nach dem Motto „gebranntes Kind scheut das Feuer“ nun allen Menschen von Anfang an skeptisch begegnet. Wer nur noch misstrauisch durch die Welt geht, kann kein glückliches Leben führen und verhindert selbst, schöne Erfahrungen zu machen. Ein gesundes Misstrauen ist natürlich immer angebracht, denn man weiß nie, was eine Person für Absichten hat. Aber durch Menschenkenntnis und Erfahrungen merkt man meistens sehr schnell, wer echt ist und wer nicht. Wenn man sich auf sein Bauchgefühl verlässt, kann eigentlich nicht viel schief gehen.

 

Was auch ganz wichtig ist: Nur wer sich selbst vertraut, kann auch anderen trauen! Und wer offen und selbstbewusst auftritt, wirkt auch vertrauenswürdiger auf andere. Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl spielen also eine wichtige Rolle. Hat man selbst mit einer Person zu tun, die enttäuscht wurde, muss man vorsichtig und mit viel Fingerspitzengefühl auf sie eingehen, dann wird sie einem sicher bald vertrauen.

 

Das Risiko enttäuscht zu werden, begleitet uns also ständig, aber mal ganz im Vertrauen: lieber werden wir doch einmal enttäuscht, als keine Freundschaften mehr schließen zu können. Und wie heißt es so schön: „es ist besser, gelegentlich betrogen zu werden, als niemandem mehr zu trauen.“

 

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