Umfrage zum Internationalen Mädchentag

Gleichberechtigung immer noch Wunschtraum

 

Berlin, 09.10.2012 –  Gleichberechtigung gilt bei vielen als erreicht, Persönlichkeiten wie Alice Schwarzer gelten als „Störenfriede“ eines doch längst erreichten Zustands. Dabei zeigen Studien die noch immer existierende Ungerechtigkeit in Deutschland zwischen den Geschlechtern. Die Kluft ist international sogar noch weit größer. Eine Umfrage von eDarling und Plan International zeigt, dass das Wissen in Deutschland um die Benachteiligung von Mädchen in der Welt große Lücken aufweist. Dabei ist Wissen der erste notwendige Schritt für gesellschaftliche Veränderungen.

 

Eine Umfrage unter 177 eDarling-Mitgliedern offenbart vorherrschende Vorstellungen vieler Menschen in Deutschland. Der Aussage „In Deutschland haben Mädchen und Jungen gleiche Chancen“, stimmten 41% der Befragten zu und ignorieren offensichtlich, dass in Deutschland
laut einer aktuellen OECD-Studie Frauen auch heute noch 20% weniger verdienen, als Männer in vergleichbaren Positionen.

 

Dabei sind die Einstellungen zur Gleichberechtigung durchaus kontrovers. So glauben 17% der Männer und 8% der Frauen, dass sich die Situation von Männern verschlechtere oder nur jeder Zweite denkt, dass die Gleichberechtigung zu glücklicheren Familien führt. Verbreitet bekannt sind positive wirtschaftliche Effekte (73%) und die Abnahme sozialer Konflikte (84%).

Manches Wissen hat sich offensichtlich herumgesprochen, einige Informationen scheinen für viele noch neu zu sein:

  • Grafik Mangelndes Wissen um Diskriminierung von MädchenBekannt ist, dass viele Mädchen zwangsverheiratet werden (75%), unbekannt ist aber die schockierende Angabe, dass mehr Mädchen durch Diskriminierung gestorben sind als Kriege und Bürgerkriege Opfer gefordert haben (36%).
  • Zwei Drittel ist bekannt, das Millionen Mädchen unter 18 Jahren bereits sexuelle Gewalt erfahren haben, weniger bekannt ist, dass nur die Hälfte der Mädchen, die die Grundschule besuchen, diese auch abschließen (33%).
  • 71% der Befragten war bekannt, dass Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen, aber nur wenige glaubten, dass die häufigste Todesursache bei Mädchen durch Frühschwangerschaften bedingt ist.

 

Insgesamt zeigen die Ergebnisse einen nach wie vor starken Bedarf an Aufklärung und Auseinandersetzung mit dem Thema, denn auch hierzulande kann Politik aber auch jeder Einzelne eine Veränderung in der Welt fordern und fördern.

 

Mehr Informationen über die konkreten Ziele der Kampagne und Plan International erhalten Sie unter folgenden Links: biaag.de. und plan-deutschland.de.

 

Ausführlichere Informationen finden Sie im Studien-Dossier und in den Detailergebnissen.