Umfrage zu Strategien bei Liebeskummer

Wenn Männer leiden: Deutsche greifen zum Likör, Italiener gehen zum Frisör
 

Berlin, 02.05.2012 – wenn Männer leiden, verwandelt sich das starke Geschlecht schnell zum Jammerlappen. Aber was unternimmt 'Mann', um den Herzschmerz zu überwinden? Die Ergebnisse einer internationalen Umfrage der Online-Partnervermittlung eDarling zeigen, dass sich die bevorzugten Bewältigungsstrategien von Männern verschiedener Nationen deutlich unterscheiden.


Die Online-Partnervermittlung eDarling hat 1.612 Singles aus sieben Ländern gefragt, wie sie mit Liebeskummer umgehen. Die drei beliebtesten Strategien in unterschiedlichen Reihenfolgen sind: verdrängen, sich zurückziehen und mit Freunden sprechen. Diese Top-Nennungen sind klassische Verhaltensmuster. Erstaunliche Erkenntnisse ergaben sich aber bei der Betrachtung der nächsthäufigeren Strategien

 

 

 

So ist Alkohol bei Männern im deutschsprachigen Raum besonders populär. Bei Liebeskummer greifen sie nicht nur dreimal häufiger (13%) zum Alkohol als Frauen (4%), sie überbieten damit auch alle anderen Länder bei weitem. In Italien, Frankreich, Spanien und Schweden gilt Alkohol unter Frauen wie Männern bei nie mehr als 5% der Befragten als ein geeignetes Heilmittel. 

 

Graphik Frisör bei Liebeskummer

 

 

 

 

 

 

Weiterhin ergab der internationale Vergleich Überraschendes für Italien. Hier kratzt der Vergleich empfindlich am Image des Macho-Italieners: denn der Italiener geht bei Herzschmerz gerne zum Frisör und das auch noch häufiger als seine weiblichen Leidensgenossinnen. In allen anderen Ländern ist der Frisörbesuch dagegen eine klar weibliche Strategie.

 


Die vorgestellten Strategien der Verlassenen scheinen aber nicht unbedingt vielversprechend zu sein. Mit dem Ende einer Beziehung fehlt im Leben schließlich plötzlich ein wichtiger Vertrauter und zentraler Ansprechpartner. Ein Einschnitt, der wohl kaum durch schlichtes Ignorieren und noch weniger mit Alkohol zu überwinden ist. Was aber tun, wenn einen der Blues packt? Die Psychologin Dr. Wiebke Neberich gibt drei sinnvolle Tipps gegen den Herzschmerz:

 

  1. Trauern: Die angemessene Zeit der Trauer gehört nach der Trennung zum Verarbeitungsprozess dazu. Das ist schmerzhaft, aber nur wer sich die Enttäuschung auch eingesteht und verarbeitet, wird sich einem Neuanfang wieder öffnen können.
     
  2. Zuspruch von Freunden: Das Wichtigste nach einer Trennung ist die Unterstützung durch Freunde. Sie sollten das Selbstbewusstsein des unglücklich Verliebten wieder aufbauen und seinen Fokus auf das eigene Wohlbefinden lenken.
     
  3. Verändern statt verkriechen: Der Blick für die Zukunft muss oft regelrecht neu erlernt werden. Hier sollte man sich neue Ziele setzen. Ein neuer Sportkurs, der ewig zurückgestellte Urlaub, das vernachlässigte Hobby – neue Freiräume bringen auch neue Möglichkeiten. Es lohnt sich, dies auch als Chance wahrzunehmen und sich selbst neu zu erfinden.
     

Mit diesen Tipps kann man sich mit neuer Kraft und Selbstbewusstsein einer Beziehung zuwenden. Isolation und Alkohol sind hingegen definitiv keine langfristigen Lösungen, sie können den Zustand sogar verschlimmern. Nach einem Beziehungsende ist das soziale Umfeld also in besonderem Maße gefragt und sollte dem Betroffenen besondere Aufmerksamkeit schenken.


Eine wissenschaftliche Vertiefung der Ergebnisse des internationalen Vergleichs liefert der Artikel "Barkeeper or Haircutter: Who helps with lovesickness?" auf dem eDarling Forschungsblog.