von eDarling Redaktion
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Den Seitensprung verzeihen – Pro & Contra

Wie geht es nach dem Seitensprung weiter?
Es gibt wohl nichts Verletzenderes als die sexuelle Untreue des Partners. In den meisten Fällen ist nicht nur das Vertrauen zum Partner, sondern auch das eigene Selbstvertrauen dahin. Ob Sie jemals wieder Vertrauen zu dem Menschen, der Sie betrogen hat, aufbauen können, hängt von Ihnen ab. Wir zeigen Ihnen Gründe für und gegen eine Versöhnung auf.

 

Eine Statistik von Fehltritten

Der Seitensprung ist einer der häufigsten Scheidungs- und Trennungsgründe. Kein Wunder, immerhin wünschen sich 90 Prozent aller Männer und 95 Prozent aller Frauen Treue von ihrem Partner, wie eine Interviewstudie¹ der Psychologen Gunter Schmidt, Silja Matthiesen, Arne Dekker und Kurt Starke ergab.

Die Hamburger und Leipziger Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass beinahe jede/r dritte Befragte ihren/seinen Partner schon einmal hintergangen hatte. In jeder zehnten Beziehung würden sich die Paare sogar gegenseitig betrügen. Wie viele Menschen tatsächlich fremdgehen ist schwer zu sagen, da davon auszugehen ist, dass Befragungen zu diesem Thema wohl nicht immer wahrheitsgemäß beantwortet werden.

 

Den Seitensprung verzeihen

Was spricht nun dafür oder dagegen, einen Seitensprung zu verzeihen? War es ein einmaliger Ausrutscher? War es nur körperlich oder auch emotional? Und wie konnte es dazu kommen?

Pro

Einmaliger Fehltritt

Ist es das erste und einzige Mal, sollten Sie Ihrem Partner den Seitensprung verzeihen. Insbesondere, wenn Sie bereits lange zusammen sind, sich immer noch lieben und vielleicht sogar ehelich oder durch gemeinsame Kinder verbunden sind.

 

Aufrichtigkeit & Reue

Ganz gleich, aus welcher Quelle Sie von einem Seitensprung erfahren, Ihr Partner sollte ehrlich und aufrichtig mit Ihnen über das Geschehene reden und sich bei Ihnen entschuldigen. Für Sie muss klar werden, dass er eine gemeinsame Beziehung möchte und bereit ist, dafür zu arbeiten.

 

Chance für Neubeginn

Zu einem Seitensprung kommt es meist, wenn der Partner etwas in der Beziehung vermisst. Lassen Sie sich von Ihrem Partner aus seiner Sicht erklären, wie es dazu kommen konnte. Betreiben Sie gemeinsam Ursachenforschung. Stellen Sie Bedingungen für Veränderungen in der Beziehung auf, um eine Wiederholung der Geschehnisse auszuschließen. Bestimmen Sie das Tempo. Sollte Ihr Partner engagiert Ihren Vorstellungen nachkommen, verdient er eine weitere Chance.

 

Verzeihen Sie Ihrer selbst Willen

Verzeihen ist nicht gleich Vertrauen und bedeutet auch nicht automatisch die Fortsetzung der Beziehung. Dennoch sollten Sie Ihrem Partner unbedingt den Seitensprung verzeihen, um sich selbst von emotionalem Ballast, wie Wut oder Rachegefühlen, zu befreien.

Contra

Gewohnheitstäter

Wenn Ihr Partner Sie nicht zum ersten Mal hintergangen hat und ein notorischer Fremdgeher ist, schreiben Sie ihn besser ab. Es ist unwahrscheinlich, dass er sich noch ändern wird.

 

Unaufrichtigkeit & Selbstgefälligkeit

Wenn Ihr Partner seinen Fehler nicht einsieht oder die Schuld von sich weist, sieht er wahrscheinlich keine gemeinsame Zukunft mehr für Sie beide. Dies trift ebenfalls zu, wenn er die „Salamitaktik“ anwendet, also immer nur scheibchenweise gesteht, was ohnehin nicht mehr zu leugnen ist.

 

Lange Affären

Handelt es sich nicht um einen One-Night-Stand, sondern um eine lang andauernde Affäre, sind in den meisten Fällen Gefühle im Spiel. Wahrscheinlich ist auch eine aufwendige logistische Leistung Ihres Partners erforderlich gewesen, um Sie zu täuschen. Das ist dann bei weitem kein verzeihlicher Ausrutscher mehr.

 

Unverzeihlichkeit

Natürlich geht jeder Mensch anders mit einem Seitensprung um. Wenn Sie nach dem Fehltritt Ihres Partners nicht mehr in der Lage sind, „normal“ mit ihm umzugehen, bleibt Ihnen nur der Weg zu einer Partnerschaftsberatung oder die Trennung. Doch auch hier gilt, dass Verzeihen kein selbstloser Akt ist, sondern vor allem Ihre Gesundheit und Ihr eigenes Wohlbefinden steigern kann.

   

eDarling-Psychologin Dr. Wiebke Neberich erklärt hierzu: „Eine entscheidende Frage, die sich beide stellen sollten ist, wie es zu dem Seitensprung gekommen ist. Waren dauerhaft unbefriedigte Bedürfnisse in der Beziehung (Nähe, Anerkennung, Bewunderung, Unterstützung – bzw. Sex) der Auslöser für den Seitensprung? Oder war es schlichtweg Undiszipliniertheit?

In der heutigen modernen Gesellschaft gibt es doch immer weniger Grund dazu fremdzugehen. Wenn wir heute in unseren Beziehungen nicht mehr glücklich sind, dann können wir uns ohne große gesellschaftliche, rechtliche und finanzielle Barrieren trennen.

Leben wir jedoch in einer insgesamt glücklichen Beziehung mit unserem Partner, dann ist es sehr förderlich, sich bewußt und konsequent für die Treue zu entscheiden – trotz aller Verlockungen, die einem das Leben so bietet. Das ist sozusagen der „Preis“, der dafür gezahlt werden muss, damit es funktioniert. Daher sollte bereits im Voraus gut überlegt werdem, ob es das Risiko wert ist, die Beziehung aufs Spiel zu setzen und den Partner zu verletzen.“

 

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