Partnerwahl: Wie wir unsere Partner auswählen
Sollte mein Partner schlank sein oder muskulös? Älter oder jünger? Vermögend oder treu? Wissenschaftler haben in einer weltweiten Studie erforscht, worauf wir bei der Partnerwahl achten.
Welche Ansprüche stellen Männer und Frauen an ihre Beziehung und was ist am Ende wirklich ausschlaggebend bei der Partnerwahl? Mit diesen Fragen hat sich ein fünfzigköpfiges Forscherteam der University of Michigan im Rahmen der Studie "Mate Preferences in 37 Cultures" ("Die Präfenrenzen bei der Partnerwahl in 37 Kulturen") fünf Jahre lang beschäftigt und dabei über 10.000 Personen weltweit befragt.
Die bisher umfangreichste Untersuchung zu diesem Thema lieferte die Erkenntnis, dass die Kriterien bei der Partnersuche sich weltweit kaum voneinander unterscheiden.
Was Männer wollen
Schönheit: Am wichtigsten ist Männern weltweit die Attraktivität der Partnerin. Welche äußeren Merkmale dabei allerdings entscheidend sind, ist von Mann zu Mann verschieden und hängt von persönlichen Vorlieben genauso wie von kulturellen Werten und Modetrends ab.
So bevorzugen die Aborigines in Australien etwa füllige Frauen, während die Ureinwohner im Ostsudan eine Vorliebe für hängende Brüste haben.
Präferenzen bei Haarfarbe und Frisur dagegen sind überall individuell vom Betrachter abhängig und basieren vermutlich auf positiven Erfahrungen mit Frauen, denen man(n) in der Kindheit begegnet ist.
Unabhängig davon, was als attraktiv empfunden wird, ist Hässlichkeit in jedem Fall weltweit ein Ausschlusskriterium bei der Partnerwahl des Mannes.
Treue: Männer rund um den Globus legen viel Wert auf Treue in einer Beziehung. Der Wunsch nach einer jungfräulichen Partnerin ist dagegen nur in bestimmten Kulturen verbreitet. Untersuchungsleiter David Buss erklärt jedoch einschränkend: „Wenn es nach den Männern ginge, würden sie wohl in den meisten Ländern Wert auf eine unberührte Ehefrau legen, doch in bestimmten Ländern können sie dies einfach nicht verlangen“.
Auf Deutschland und Schweden allerdings trifft Buss‘ Aussage nicht zu. Hier wird sexuelle Unerfahrenheit sogar als Nachteil bei der Partnersuche gewertet.
Alter: Männer auf der ganzen Welt sind sich einig: In einer Partnerschaft sollte die Frau jünger sein als der Mann. Welcher Altersunterschied als optimal empfunden wird, variiert jedoch stark.
Der Wunsch des Mannes nach einer jüngeren Partnerin ist evolutionsbedingt. Forscher der Universität Wien fanden heraus, dass die Anzahl der Nachkommen eines Mannes in engem Zusammenhang mit dem Alter seiner Partnerin steht: Je jünger diese am Anfang der Beziehung ist, desto mehr Kinder kann sie im Laufe der Partnerschaft noch gebären. Unbewusst wählen Männer also jüngere Frauen, um die Weitergabe ihrer Gene zu sichern.
Allgemeine Kriterien: Über Aspekte wie Attraktivität, Treue und Alter der potenziellen Partnerin hinaus legen Männer weltweit viel Wert auf Charme, körperliche Fitness, gutes Benehmen, Ehrlichkeit, Intelligenz und Humor. In manchen Kulturen wird außerdem auch gerne ein Auge auf die finanzielle Situation der Angebeteten oder auf das gesellschaftliche Ansehen ihres Elternhauses geworfen.
Was Frauen wollen
Einfühlungsvermögen: Frauen auf der ganzen Welt legen großen Wert auf einen warmherzigen, gutmütigen, verständnisvollen und ehrlichen Lebenspartner. Buss erklärt dieses Hauptkriterium der Partnerwahl mit evolutionspsychologischen Beweggründen: Ein Mann, der zugunsten anderer bereit ist, seine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, und Verständnis und Mitgefühl für die Probleme anderer zeigt, vermittelt den Eindruck, ein guter Vater werden zu können.
Charakterstärke: Zuverlässigkeit, geistige Reife und die Fähigkeit, in schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren, stehen weltweit auf Rang zwei der weiblichen Wunschkriterien bei der Partnerwahl. Auch dieser Punkt lässt sich evolutionär begründen: Ein charakterlich gefestigter Mann scheint besser geeignet zu sein, Verantwortung für eine ganze Familie zu übernehmen und seine Kinder zu beschützen.
Finanzielle Lage: Generell ist Frauen rund um den Globus die finanzielle Situation ihres Partners wichtig. Unabhängig von geographischen, kulturellen und religiösen Unterschieden und auch davon, ob die Befragten in einer kommunistischen, sozialistischen oder kapitalistischen Staatsform leben, spielt das liebe Geld eine große Rolle – und zwar eine doppelt so große wie bei den Männern.
Das Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit ist übrigens unabhängig davon, wie wohlhabend die Frauen selbst sind. Millionärinnen suchen ebenso nach einem Partner mit großen materiellen Ressourcen wie heiratswillige Frauen aus einem mittellosen Elternhaus.
Sozialer Status: Unabhängig davon, woher sie kommen, legen Frauen großen Wert darauf, einen Mann zu finden, der gesellschaftlich höher gestellt ist als sie selbst. Das gilt laut Buss „für Schwarze und Asiaten, für Katholiken und Juden, in den Tropen und in gemäßigten Klimazonen“, wobei bei Brasilianerinnen und Deutschen der Wunsch nach dem sozialen Ansehen des Partners nicht vordergründig ist.
Alter: Während Männer weltweit jüngere Frauen bevorzugen, ist es bei den Frauen umgekehrt. Ein älterer Mann ist meist finanziell unabhängiger, sozial höher gestellt, reifer und zuverlässiger als ein jüngerer Partner. So vereint er beinahe alles in sich, was sich Frauen international von ihrem Partner erhoffen.
Die Rahmenkriterien bei der Partnerwahl ähneln sich weltweit mehr als bisher angenommen. Worauf bei der Partnerwahl allerdings im Detail geachtet wird, ist letztendlich noch immer von Person zu Person verschieden und kann bisweilen stark variieren.
Gesa Vollmer, eDarling Redaktion 2010
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