20.01.2014, von Judyta Koziol
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Erfolgreich durch passende Mode

Anna Vogt
eDarling nimmt die Berliner Fashion Week zum Anlass, Anna Vogt, Designerin beim Corporate Fashion Label Sergeant Pepper, zu interviewen. Das Gespräch beleuchtet die Rolle der passenden Mitarbeiterbekleidung in Start-ups und Ursachen für Eco-Fashion.

 

Sie sind Designerin bei Sergeant Pepper, einem Corporate Fashion Label, das sich auf moderne und hochwertige Mitarbeiterbekleidung spezialisiert hat. Kleidung ist wie unsere zweite Haut. Gilt das Sprichwort "Kleider machen Leute" heute noch?

Dieser Spruch gilt heute mehr als je zuvor. Bekleidung hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Wir tragen sie zum Schutz, aber auch als Mittel der Selbstdarstellung. Da die traditionelle „Uniform“ in den meisten Unternehmen der Vergangenheit angehört, bestimmt entweder die Branche oder sogar ein jedes Unternehmen selber, wie frei der Mitarbeiter aus seinem Kleiderschrank wählen darf. In der Startup-Szene ist zum Beispiel die Kleiderordnung quasi nicht vorhanden. Die Mitarbeiter eines Start-ups treten also im selbst gewählten Outfit auf, das viel über sie aussagt. Während im Bankensektor, in der Touristikbranche, oder der Hotellerie der klassische Anzug, beziehungsweise die Uniform weiterhin ein Muss sind.

 

Welchen Effekt auf das Image der Firma hat eine adäquate Mitarbeiterbekleidung?

Adäquat ist hier das richtige Stichwort. Denn Mitarbeiter sind als Teil eines Unternehmens ein Kommunikationsmittel. Sie präsentieren die Firma nach außen. Wenn die Mitarbeiter also eine Firma repräsentieren und Kleider Leute machen, muss die Mitarbeiterbekleidung das Image der Firma unterstreichen. Adäquat bedeutet in diesem Fall also abgestimmt auf die restliche Präsentation der Firma nach außen. Wenn eine Firma einheitlich auf allen Kommunikationskanälen kommuniziert, dann wirkt sich das positiv auf das Markenvertrauen der Kunden aus und im besten Fall auf das Kaufverhalten.

 

Warum verzichten Start-ups auf Corporate Fashion?

Das kann man gar nicht so generalisieren. Wir haben bereits für zwei Berliner Start-ups  Corporate Fashion entworfen. Man muss sich aber klarmachen, dass viele Startups Internetfirmen sind und ihr Kapital für die grundlegenden Säulen der Firma ausgeben. Erst in einem zweiten Schritt könnten sie sich Gedanken über Corporate Fashion machen. Dies findet dann auch statt, wenn eine der beiden Tatsachen zutreffen: Entweder, es handelt sich um ein Unternehmen, das durch Messepräsenz auch offline mit Kunden interagiert, oder es handelt sich um ein Online-Startup, welches seine Produkte nach einer profitablen Zeit auch offline verkauft und somit im eigenen Laden seine Kundschaft berät. In diesen beiden Fällen macht es absolut Sinn, mit Corporate Fashion die Zugehörigkeit des Sales Personals zu signalisieren. Neben all diesen externen Effekten, hat einheitliche Mitarbeiterbekleidung auch eine „Innenwirkung“. Modische, passgenaue Mitarbeiterbekleidung stärkt das WIR-Gefühl im Team und wirkt sich positiv auf Motivation und Leistung aus.

 

Gibt es Ihrer Meinung nach einen feststellbaren Eco-Trend in der Mode und wenn ja – woran kann man ihn festmachen?

Es gibt auf jeden Fall mehr Nachfrage und dementsprechend mehr Angebot für fair produzierte Mode. Fair bezieht sich dabei auf verschiedene Aspekte, die Designer im Produktionsprozess berücksichtigen. Ein großes und immer wieder aufkehrendes Thema ist z.B. die Produktion, die lange Zeit in Billiglohnländern stattfand. Aber auch Industrieabfall, in der Textilindustrie sind das z.B. Abwässer aus Färbereien oder Stoffreste, werden immer häufiger thematisiert.

 

Was sind die Ursachen?

Berichterstattungen über Unfälle in Produktionsstätten oder streikende Produktionsmitarbeiter vergrößern das Wissen der Konsumenten über unzulängliche Sicherheiten in den Fabriken, Menschenrechtsverletzungen und Arbeitsbedingungen. Aber auch Öffentlichkeitsarbeit, wie z.B. die Clean Clothes Campaign (CCC) und Initiativen von Prominenten, wie Livia Firth, der Frau von Colin Firth, und Anna Wintour, die namhafte Designer beauftragt, modische Eco Fashion zu entwerfen, haben die Augen der Konsumenten für die Problematik geöffnet und Eco Mode trendy gemacht.

 

Wie stellt sich die Industrie darauf ein?

Viele Modeunternehmen verlagern ihre Produktionsstätten, bieten eine Fair Trade Kollektion neben der normalen Kollektion oder engagieren sich für den Umweltschutz oder andere soziale Themen. Ich sehe jedoch keine große Bewegung der internationalen Modeketten, sondern eher einen Trend hin zu kleineren Labels, die fair und dann aber auch in kleineren Massen herstellen.

 

Jetzt aber kommen wir zu unserem Lieblingsthema. Worauf sollen die Personen achten, die ihre Attraktivität verbessern wollen, um beim anderen Geschlecht Erfolg zu haben? Wie modeaffin soll ein partnersuchender Single sein?

Ich als Designerin achte neben dem Design auf Passform, Funktionalität und Qualität. Wenn ein Kleidungsstück alle diese Kriterien perfekt erfüllt, kann fast nichts mehr schief gehen. Generell rate ich auch eher zu schlichteren Looks. Gerade wenn es um wichtige Termine oder Events geht. Wenn Sie sich für ein erstes Date einkleiden, lassen Sie die Finger von den Strasspumps oder dem neuen Lederminikleid. Trotzdem ist Mode aber auch eine Art Panzer für einen selbst. Ein schönes Outfit verbessert mein Selbstwertgefühl entscheidend und garantiert damit ein sicheres Auftreten, was im Gegenzug eine positive Wirkung auf mein Gegenüber hat.


Danke für das Interview!

 

Anna Vogt ist Geschäftsführerin von Sergeant Pepper, einem modeliebenden Corporate Fashion Label, das sich auf moderne und hochwertige Mitarbeiterbekleidung spezialisiert hat. Erfahren Sie mehr auf der Homepage von Sergeant Pepper.

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